Match am Samstag, 26.09.2020 gegen den TSV Rot-Weiß Auerbach Volleyball

Rheinzeitung, 29.09.2020
BENSHEIM. Drei Punkte waren zum Greifen nah, am Ende wurde es einer – das Auftaktspiel des FC Wierschem in der Regionalliga Südwest glich einer Berg-und-Talfahrt mit Crash zum Abschluss. „Wir sind megaenttäuscht“, erklärte Kapitänin Donna Sesterhenn unmittelbar nach dem 2:3 (25:22, 25:20, 16:25, 20:25, 11:15) am 3. Spieltag bei Tabellenführer TSV Auerbach. „Die haben das Spiel nicht gewonnen, wir haben es verloren.“
Eine Busfahrt und eine Nacht später klang das Fazit aus ihrem Mund schon deutlich positiver: „Wir haben lange Zeit sehr gut gespielt. Und es ist eine neue Saison, wir sind nicht mehr die alte Mannschaft, da müssen und dürfen wir mit einem Auswärtspunkt zufrieden sein.“
In der Tat hat sich beim Quasi-Meister der vergangenen Spielzeit viel verändert: Drei Stammkräfte sind nicht mehr dabei, in der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim-Auerbach fehlte zudem Kimberly Löcher (Urlaub), mithin die beste Libera der Regionalligasaison 2019/2020.
Unter diesen Umständen wäre eine klare Niederlage beim mit zwei 3:0-Erfolgen gestarteten Aufsteiger aus der Oberliga Hessen keine Überraschung gewesen – stattdessen überraschten die Volleyballerinnen vom Maifeld mit einer couragierten Leistung und schnellen Führung. „In den beiden ersten Sätzen haben wir wieder die Mentalität der vergangenen Jahre gezeigt“, sagte Sesterhenn und meinte damit „die feste Überzeugung, jeden Rückstand noch umbiegen zu können“.
Das gelang auch, weil Lena Weiler richtig stark aufspielte. Und dies, obwohl die in Hamburg lebende Angreiferin seit März nicht mehr mit dem Team trainiert hatte. „Wir kennen uns aber seit so vielen Jahren“, so Donna Sesterhenn, „da hat sich ein blindes Verständnis entwickelt.“ Im dritten Satz allerdings begann sich abzuzeichnen, dass mit dem Verlust von Lisa Röder und Michelle Klein zwei herausragende Spielerinnen nicht mehr im Kader stehen und damit wichtige Angriffsoptionen fehlen. Das nutzte Auerbach um Angreiferin Alexandra Werner zum Anschluss.
Dennoch schien eine Viertelstunde später der Auswärtssieg greifbar. Wierschem führte im vierten Abschnitt 11:4, 15:8 und 18:13 – doch dann lief fast nichts mehr. Ab 20:19 ging jeder Punkt an den TSV, „es war wie im falschen Film“, meinte Donna Sesterhenn. „Von jetzt auf gleich ging nichts mehr, wir waren wie ein Hühnerhaufen.“
Den Trend konnten die Maifeld Volleys auch im Tie-Break nicht umkehren, in dem sie ab 3:6 stets der Musik hinterherliefen. So blieb am Ende nur der Trostpreis eines Punktes, „aber der kann noch wichtig werden“, so die Kapitänin. Dem FCW bleiben nun zwei Wochen, um sich zu sammeln, am 10. Oktober folgt beim Tabellenzweiten TSG Bretzenheim das nächste Duell mit einem Hochkaräter. cr
FC Wierschem: Sesterhenn, Graichen, Kopp, Schliwinski, Weiler, Rüber; Bermel; Henoch, Deurer.